Börsentäglich: Markteinschätzung und Prognose rund um Devisen
Niederlande: Fitch senkt Ausblick auf "negativ" wegen Probleme am Immobilienmarkt und im Bankensektor und wegen der hohen Staatsverschuldung / Asiens Aktienmärkte legen zu, Nikkei knapp 4 % im Plus, Yen tendiert zur Schwäche
Verunsicherung rund um die anstehenden Parlamentswahlen in Italien oder der unter Druck stehende spanische Premier Rajoy, einen größeren Markteinfluss haben als konjunkturelle Veröffentlichungen. Dennoch sei auf die heute anstehenden Industrieaufträge in Deutschland verwiesen, die nach den verbesserten Stimmungsindikatoren mit einem Vormonatsplus von 0,9 % erwartet werden. Im November gab es einen kräftigen Rückgang um 1,8 %, der zeigt, dass es im Schlussquartal 2012 zu einem rückläufigen BIP-Wachstum gekommen sein dürfte. Positiv hervorzuheben ist aber, dass die Inlandsnachfrage gestiegen ist und die Aufträge aus der Eurozone eine ansteigende Tendenz aufweisen. Sollte sich dies auch in den Dezemberzahlen widerspiegeln, könnten die konjunkturellen Sorgenfalten tendenziell kleiner werden. Im Vorfeld der morgigen EZB-Ratssitzung werden die Auftragszahlen wohl keinen großen Einfluss haben. Wir gehen davon aus, dass die Währungshüter die Politik der ruhigen Hand fortsetzen. Demgegenüber spekulieren vereinzelte Marktteilnehmer darauf, dass die EZB dem latenten Aufwärtsdruck der Geldmarktzinsen – resultierend aus der Rückzahlung der LTRO-Liquidität – entgegenwirken könnte. Unserer Einschätzung nach wird Präsident Draghi keine Signale in diese Richtung geben. Vielmehr dürfte er auf die gestiegenen Stimmungs- und Frühindikatoren bei Unternehmen hinweisen und von verbesserten Finanzierungsbedingungen in der EWU-Peripherie sprechen.
EUR-JPY: Der Yen hat in den vergangenen Wochen deutlich an Wert verloren, was vorrangig der Tatsache geschuldet ist, dass die Bank of Japan (BoJ) eine sehr expansive Geldpolitik betreibt. Von Anfang 2014 an will sie ein zeitlich unbegrenztes Kaufprogramm in Höhe von monatlich 13 Billionen Yen auflegen. Angesichts der Volumina, die die US-Notenbank schon jetzt monatlich an Wertpapierkäufen tätigt (monatlich insgesamt 85 Mrd. USD), rechtfertigen die Beschlüsse der BoJ eigentlich kaum das Ausmaß der Kursreaktion des Yens. Gestern hat der Notenbankgouverneur Shirakawa seinen Rücktritt für den 19. März bekanntgegeben – drei Wochen früher als geplant. Insgesamt sollte die Schwäche des Yens, die auf den Erwartungen an die BoJ beruht, allmählich auslaufen. Der Devisenmarkt hat schon viel vorweggenommen und der EUR-JPY-Kurs ist technisch überkauft. Fazit: Eine von den derzeitigen Niveaus deutlich weitergehende Yen-Abwertung erwarten wir nicht.
EUR-USD: Mangels marktbewegender Ereignisse dürfte es heute zu einer Konsolidierung kommen. Der seit Juli bestehende Aufwärtstrend ist intakt, und die vorübergehenden Verluste sind als Korrektur der dynamischen Bewegung nach oben zu verstehen. Das erste Retracement des Januaranstiegs liegt bei 1,3438 und stellt – zusammen mit dem gestrigen Tief bei 1,3457 – eine wichtige Unterstützungszone dar. Die nächsten Widerstände lokalisieren wir bei 1,3658 und 1,3711. Trading-Range: 1,3440 – 1,3660.
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