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Griechenland: Nea Dimokratia Hochrechnungen zufolge stärkste Partei / Asiatische Aktienmärkte deutlich im Plus, Euro über 1,27 USD

Pressemeldung der Firma Landesbank Hessen-Thüringen

Bei der griechischen Parlamentswahl hat sich konservative Nea Dimokratia (ND) offenbar knapp gegen die linksradikale Syriza durchsetzen können. Die ND erhält Hochrechnungen zufolge rund 30 % der abgegebenen Stimmen und wird damit wohl stärkste Partei. Auf die Syriza entfallen knapp 27 % der Stimmen und die sozialistische Pasok erhält etwa 12,5 %. Damit könnten ND und Pasok eine Koalition eingehen und mit 162 der 300 Sitze über die absolute Mehrheit im Parlament verfügen. Beide Parteien wollen den Spar- und Reformkurs grundsätzlich fortsetzen. Nun stehen aber zunächst Verhandlungsgespräche bevor. Der Vorsitzende der Pasok Venizelos hat bereits seine Forderung nach einer Regierung der nationalen Einheit wiederholt, die möglichst breit ausgelegt ist und auch die radikale Linke mit einbezieht. Hoffnungen auf eine fortgesetzte Kooperation Griechenlands mit den europäischen Partnern, der EZB und dem IWF sind mit dem Wahlergebnis aber zumindest berechtigt, und auch die Finanzmärkte zeigen sich in der ersten Reaktion erleichtert. Ungeachtet des Wahlausgangs in Griechenland bleiben die strukturellen und konjunkturellen Probleme der übrigen Peripherieländer bestehen. Daher wird man wie in den Wochen und Monaten zuvor – wenn das griechische Ergebnis erst einmal verarbeitet ist – wieder auf die Entwicklungen vor allem in Spanien und Italien schauen. Eine schnelle Lösung der europäischen Probleme ist nicht in Sicht und der EU-Gipfel Ende Juni wird vermutlich noch nicht die Wende in dieser Krise mit sich bringen. Im Hinblick auf diesen wird das Thema Gemeinschaftshaftung wohl auf der Agenda stehen. Verschiedene Konzepte von Projektbonds über Schuldentilgungsfond bis hin zu Eurobonds sind in der Diskussion.

Konjunkturell richtet sich das Interesse auf die deutschen Stimmungsindikatoren (ZEW- und ifo-Indizes) und die europäischen Vorabschätzungen der PMIs im Monat Juni.

Vor allem die PMIs zeichneten zuletzt ein sehr schwaches Konjunkturbild. Stabilisierungen auf tiefem Niveau scheinen möglich. Der Ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland hingegen liegt im Vergleich zu den PMIs auf einem hohen Niveau, ungeachtet des letzten Rückgangs. Ein weiterer Rücksetzer stünde auch im Einklang mit dem erwarteten Sinken der ZEW-Umfragesalden.

In den USA stellt die Fed-Sitzung das Highlight dar. Zuletzt mehrten sich die Spekulationen auf einen Eingriff der US-Notenbank. Die Tür steht offen, ein starkes Signal in diese Richtung gab es aber nicht. In jedem Fall werden die internationalen Zentralbanken aber die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte aufrecht erhalten, falls im Zuge der griechischen Entwicklungen doch noch Verwerfungen auftreten.

Aktienmärkte: Der Aktienhandel am Freitag stand ganz im Zeichen der Wahl in Griechenland (die Wahl in Frankreich spielte eine untergeordnete Rolle) und des großen Verfalltermins an der Eurex. Trotz der großen Unsicherheit gelang es dem Dax Kursgewinne zu etablieren. Schlussendlich konnte ein Plus in Höhe von 1,5 % auf 6229 Punkte verbucht werden. Der Ausgang der Griechenland-Wahl sorgte an den Finanzmärkten für Erleichterung, entsprechend sollte auch der Aktienmarkt zur Eröffnung positiv reagieren. Dies bedeutet unter charttechnischen Gesichtspunkten, dass der Dax Luft in den Bereich von 6.460 Zählern hat. Dort verläuft die 55-Tage-Linie (EMA) und die obere Begrenzung einer Rechtecksformation. Anschließend wird sich zeigen müssen, ob es sich lediglich um eine Erholungsrally handelt, oder sich der übergeordnete Abwärtstrend wieder durchsetzt. Grundsätzlich wird die Risikoaversion sicherlich anhalten. Bereits am Freitag konnte man dies am V-Dax mit einem Wert über der 30er-Marke ablesen.

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