Dieter Bartsch: „Brauchen einen nationalen Kraftakt für eine faire Krankenhausfinanzierung“

Pressemeldung der Firma Hessische Krankenhausgesellschaft e. V

„Das System ist aus den Fugen geraten und bedarf dringend einer Reform. Um die Probleme der Krankenhausfinanzierung dauerhaft und nachhaltig zu lösen, brauchen wir jetzt einen nationalen Kraftakt.“ Diese Forderung erhob Dieter Bartsch, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG), anlässlich des Hessischen Krankenhaustags, der heute in Darmstadt stattfindet.

„Gesundheitsversorgung und Krankenhauspolitik nach den Wahlen – Faire Finanzierung für medizinische Versorgung und sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze?“ lautete der Titel dieses zentralen Verbandstages, den die Hessische Krankenhausgesellschaft, der Dachverband der Krankenhausträger in Hessen, veranstaltete und an dem rund 250 Gäste teilnahmen. Der Hessische Krankenhaustag ist ein Forum für Entscheider aus der Gesundheitswirtschaft, für Politik und Medien.

„Jede zweite Klinik schreibt in Deutschland inzwischen rote Zahlen, Tendenz steigend. Während den Krankenhäusern die Finanzmittel in der Versorgung fehlen, sitzen die Kassen auf zweistelligen Milliardenbeträgen. Hier liegt ein schwerer Systemfehler vor. Das kann so nicht bleiben“, erklärte Bartsch. Eine langfristige Überarbeitung des bestehenden Krankenhausfinanzierungsmodells sei dringend notwendig, und zwar sowohl auf Bundes- als auch Länderebene.

Personal ordentlich entlohnen

Die größten Finanzierungsprobleme der Kliniken führte der HKGPräsident auf die unzureichende Refinanzierung von Tariferhöhungen der Mitarbeiter in Pflege und Medizin zurück. Bartsch: „Krankenhäuser wollen das Personal angemessen gut entlohnen und auch ausreichend Mitarbeiter, vor allem in der Pflege, beschäftigen, damit mehr Zeit für die Zuwendung zum Patienten zur Verfügung steht.“ Somit gehöre der Preisdeckel, wie er aktuell gesetzlich bestehe und Kliniken zwinge, weniger Personal zu beschäftigen, laut Bartsch endlich abgeschafft. „Dies ist weder im Sinne der Patienten, noch im Sinne der Politik“, so der erfahrene Krankenhausexperte. „Wir brauchen eine Preissteigerung, mit der die unabwendbaren Kostensteigerungen der Krankenhäuser refinanzierbar werden.“

Transparenz der Qualität

Eine höhere Transparenz in der Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Patienten, wie sie der Koalitionsvertrag vorsieht, unterstützt Bartsch uneingeschränkt. „Ich begrüße die Idee, dass künftig ein unabhängiges Institut sämtliche Daten zur Qualität einer Klinik auswertet und für Patienten transparent macht“, erläuterte Bartsch und betonte, dass Patienten dadurch in der Wahl eines Krankenhauses unterstützt würden.

Doch letztlich müsse vor allem die Wahlfreiheit der Patienten erhalten werden: „Es muss in unserer Gesellschaft auch weiterhin selbstverständlich bleiben, dass sich jeder Patient für die Behandlung seiner Erkrankung den Arzt und seine Klinik selbst aussuchen kann.“

Deshalb sei die Einführung von sogenannten Selektivverträgen, bei denen Versicherte lediglich die ausgewählten Kliniken aufsuchen können, mit denen die Krankenkassen Verträge abgeschlossen haben, ein Schritt in die falsche Richtung. „Das wäre der Einstieg in die Zwei-Klassen-Medizin. Das kann nicht unser Wille sein“, bekräftigte Bartsch.

Investitionsmittel erhöhen Ein weiteres Thema war die Erhöhung der Investitionsmittel. Medizinischer Fortschritt und eine moderne Medizintechnik, wie sie von unserer Gesellschaft einhellig gewünscht wird, können nach Meinung des Präsidenten der HKG nur dann dauerhaft sichergestellt werden, wenn die Investitionsförderung erhöht würde. Hessische Krankenhäuser benötigten zusätzlich etwa 120 Mio. Euro pro Jahr. „Für diese zentrale, infrastrukturelle Aufgabe brauchen wir einen nationalen Kraftakt“, richtete Bartsch seinen Appell an die Politik.

Auch die Politiker hatten auf dem Verbandstag ihre Vorstellungen künftiger Krankenhausversorgung in Hessen dargelegt, darunter Hessens Sozialminister Stefan Grüttner sowie die gesundheitspolitischen Sprecher der im Landtag vertretenen Fraktionen.

Gastredner

Die „Erwartungen an die Politik“ hatte Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, formuliert. Dr. Karl Blum, Leiter Geschäftsbereich Forschung des Deutschen Krankenhausinstituts, beleuchtet – wie zuvor Bartsch – ebenfalls die „Dauerbaustelle Krankenhausinvestitionen -Investitionsstau und wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser“. Dr. Boris Augurzky, Leiter Kompetenzbereich Gesundheit des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, sprach über die „Zukunft der Krankenhäuser in Hessen? Status quo und Ausblick“.

Im Rahmen einer begleitenden Fachausstellung präsentierten auch in diesem Jahr 25 Hersteller und Dienstleister wieder Produkte, Dienstleistungen und Trends für die Zukunft. Der Hessische Krankenhaustag hat dadurch auch den Charakter einer Kongressmesse, auf der sich die industriellen und gewerblichen Partner der Krankenhäuser mit den Entscheidern aus den Kliniken treffen und austauschen.

Im Web: www.hessischer-krankenhaustag.de.



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Die Hessische Krankenhausgesellschaft e.V. (HKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Hessen, in dem über 170 Akutkrankenhäuser des Landes mit zusammen rd. 35.000 Krankenhausbetten und einer Gesamtbeschäftigtenzahl von rd. 73.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengeschlossen sind. Die HKG ist Interessenvertretung der Krankenhäuser in der gesundheitspolitischen Diskussion, nimmt gesetzlich übertragene Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und unterstützt ihre Mitglieder durch individuelle Beratung.


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