Globale Aktienmärkte einheitlich im Minus, Bunds und US-Treasuries bleiben als Safe Haven gesucht
China: Flash PMI des Verarbeitenden Gewerbes (HSBC) steigt auf 49 Punkte und verharrt damit unterhalb der 50-Punkte-Schwelle
Der heutige Datenkalender ist prall gefüllt. Daher ist es durchaus möglich, dass Marktteilnehmer vom Hauptthema der EWU-Schuldenkrise etwas abgelenkt werden. Den Reigen eröffnen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes der Eurozone. Sentix und ZEW-Umfrage haben bezüglich der Konjunkturerwartungen bereits Stabilisierungstendenzen angezeigt, so dass auch bei den Einkaufsmanagerindizes ein Ende der Talfahrt möglich erscheint. Enttäuschungspotenzial gegenüber den jeweiligen Konsensschätzungen machen wir daher nicht aus. Das Hauptaugenmerk richtet sich wohl eher auf die USA. Enttäuschung machte sich breit, nachdem die US-Notenbank bei ihrer letzten FOMC-Sitzung keine weiteren geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen in Aussicht gestellt hatte. Die Notwendigkeit derartiger Aktionen ist unserer Einschätzung nach zuletzt gesunken, überraschten die zuletzt veröffentlichten Konjunkturzahlen doch mehrheitlich auf der positiven Seite. Auch die heute anstehenden Zahlen sollten insgesamt robust ausfallen: Ein Anstieg der Stimmungsindikatoren in den Regionen New York und Philadelphia sowie Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die sich unterhalb der Marke von 400 Tsd. halten, wären positiv zu werten. Bezüglich der Industrieproduktion sind die Vorgaben ebenfalls positiv, so dass es nach dem kräftigen Plus im Oktober zu einem neuerlichen Anstieg (wenn auch kleiner) gekommen sein dürfte. Zuletzt sind noch die Erzeugerpreise zu nennen, die rohstoffbedingt zwar zulegen dürften, im Kern aber keinen verstärkten Preisdruck anzeigen dürften. Daher steht einer Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik von dieser Seite nichts entgegen. Insgesamt sollten sich die US-Zahlen in die jüngste Serie robuster Datenveröffentlichungen einreihen und somit für eine gewisse Beruhigung sorgen. Was bleibt ist die europäische Schuldenkrise, die wohl eine Euphorie an den Märkten verhindern wird.
Aktienmärkte: Die Verunsicherung der Marktteilnehmer hält an und der deutsche Leitindex stand erneut unter erheblichem Abgabedruck. Bei 5675 Punkten ging der DAX mit einem Minus von 1,7 % aus dem Handel. Größte Treiber der negativen Entwicklung waren Automobilwerte sowie die Anteilsscheine von Siemens, Bayer und EON. Auch prozentual führten BMW und VW die Verliererliste an. Die Androhung von chinesischen Strafzöllen auf in den USA produzierten Import-Pkw sorgt auch bei deutschen Produzenten für Verstimmung.
Grund für die Verunsicherung war unter anderem die Reihe skeptischer Kommentare vonseiten der Zentralbanker. Zwar signalisierte Bundesbankpräsident Weidmann die grundsätzliche Bereitschaft, zusätzliche Mittel an den IWF bereitzustellen, verknüpfte dies aber mit Forderungen nach internationalem Engagement. Der niederländische Zentralbankchef äußerte seine Ansicht, dass die EWU-Schuldenkrise noch weitere zwei Jahre andauern wird.
Heutige Konjunkturdaten sollten tendenziell zu einer Beruhigung beitragen, an einen regelrechten Stimmungsumschwung glauben wir wegen der anhaltenden Schuldendebatte in Europa aber nicht. Das technische Umfeld für den DAX ist zudem als belastend einzustufen. Indikatoren wie Stochastic, DMI und MACD stehen im Verkauf. Mit dem Unterschreiten der Zone um 5.721 eröffnet sich zudem weiteres Abwärtspotenzial. Hält die Unterstützungszone um 5.500 nicht, rückt das Tief bei 5.366 in greifbare Nähe.
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