FX Daily
Asmussen (EZB): Wirkung einer Zinssenkung wäre begrenzt / Asiatische Aktienmärkte nach schwachen US-Vorgaben überwiegend freundlich
Die konjunkturellen Sorgen in der Eurozone, zuletzt vor allem in Deutschland, sind größer geworden, nachdem auch der ifo-Geschäftsklimaindex des laufenden Monats schwächer ausfiel – nicht nur im Monatsvergleich sondern auch im Vergleich mit der Konsensschätzung. Die Zinssenkungserwartungen in der Eurozone verfestigen sich damit und daher steht der Euro latent unter Abwertungsdruck. Die nächste EZB-Ratssitzung ist für den kommenden Donnerstag (2. Mai) vorgesehen und die heutigen Äußerungen der EZB-Vertreter werden wohl kaum die vorhandenen Spekulationen über einen EZB-Zinsschritt verdrängen. Letztlich hatte eine Reihe von Geldpolitikern in den letzten Wochen die Möglichkeit einer geldpolitischen Lockerung bei einer Eintrübung der Datenlage betont, wobei zwar auch Erleichterungen der Kreditbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen angesprochen wurden. Konkrete Vorschläge wurden dabei aber nicht genannt. Eher betonten EZB-Vertreter immer wieder, dass strukturelle Probleme nicht mit Mitteln der Geldpolitik zu lösen seien. Insofern dürfte eine Reduktion des Mindestbietungssatzes das wahrscheinlichste Szenario sein. Ein paralleles Absenken des Einlagensatzes von 0 % auf -0,25 % halten wir dagegen nicht für wahrscheinlich.
In den USA gibt es keinen Spielraum mehr für Zinssenkungen, die Diskussion der letzten Monate drehte sich daher um die Dauer der Anleihekäufe durch die Fed. Die zwischenzeitlich geäußerten Befürchtungen, die Fed könne schon zur Jahresmitte das Volumen der Treasury-Käufe reduzieren, sind inzwischen verflogen. So haben einige Stimmungsindikatoren und auch der letzte Arbeitsmarktbericht enttäuscht. An diesem getrübten Konjunkturbild in den USA wird auch der heute anstehende Kansas-City-Fed-Index kaum etwas ändern. Die regionalen Fed-Umfragen im Verarbeitenden Gewerbe liefern Hinweise auf den nationalen Einkaufsmanagerindex (ISM). Bisherige Veröffentlichungen für den laufenden Monat enttäuschten mit unerwartet kräftigen Rücksetzern. Vor diesem Hintergrund scheint auch heute Enttäuschungspotenzial zu bestehen. Sollten sich die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zudem von den niedrigen Niveaus der Vorwochen lösen, würde der Pessimismus weiter steigen.
EUR-USD: Von fundamentaler Seite gibt es heute nur wenige Impulse für den Euro. Im übergeordneten Szenario bleibt das Aufwärtspotenzial für den Euro zwar wegen der anhaltenden Zinsfantasie bezüglich der EZB begrenzt. Die gestrige Marktreaktion zeigte aber auch, dass die Marktteilnehmer eine Zinssenkung weitgehend eskomptiert haben. Das technische Umfeld bleibt derweil belastend, denn DMI und MACD stehen kurz vor Verkaufssignalen. Unter dem Tagestief (1,2953) finden sich die nächsten Haltemarken bei 1,2900/10 und um 1,2850. Trading-Range: 1,2953 – 1,3100.
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