Equity Daily
Aktienmärkte mit gemischtem Bild / Euro hat 1.32er-Marke im Visier
An den Finanzmärkten werden Erwartungen gehandelt und dies gilt in diesen Tagen insbesondere, wenn es um die Erwartungshaltung bezüglich der Zentralbanken geht. Heute stehen mit dem Sitzungsprotokoll der Bank von England und dem Konjunkturbericht der Fed in den USA Ereignisse im Kalender, die die Erwartungen beeinflussen könnten. In Großbritannien hatte zum Jahresbeginn die Meinung vorgeherrscht, die Notenbanker stehen kurz davor, das Volumen der Anleihekäufe (QE) nochmals zu erhöhen. Prominente Vertreter, z. B. BoE-Gouverneur King, stimmten bereits mehrfach dafür, Anleihen im Gegenwert von weiteren 25 Mrd. GBP zu kaufen. Allerdings haben bislang sechs der neun MPC-Mitglieder gegen eine weitere Ausdehnung der Zentralbankbilanz gestimmt. Vor dem Hintergrund der zuletzt leicht verbesserten britischen Stimmungsbarometer sehen wir es als nicht wahrscheinlich an, dass es vier Stimmen für mehr QE gegeben hat. In den USA steht der Konjunkturbericht der Fed im Fokus. Vom ISM-Index über den Arbeitsmarktbericht bis hin zu den Einzelhandelsumsätzen überzeugten die Daten nicht. Angesichts dessen dürfte der Tenor des Beige Books eher verhalten ausfallen. Da zudem Inflation kein Thema bei der Fed sein dürfte, werden Spekulationen über ein frühes Ende der QE-Maßnahmen der Fed nicht geschürt.
Aktienmärkte: Der Dax vollzog gestern zunächst die in der Folge des Bombenanschlags in Boston entstandenen Kursverluste an der Wall Street nach. Im Tief rutschte der deutsche Leitindex bis auf 7.639 Punkte ab, bevor sich der Index wieder, bei relativ dünnen Umsätzen, erholen konnte. Der schwächer als erwartet ausgefallene ZEW-Index für den April hatte hingegen kaum Markteinfluss. Nach den schwächeren Daten aus China spielte auch die Angst vor einer sich global abschwächenden Konjunktur eine Rolle. Diese wurde am Nachmittag mit der Bekanntgabe von Unternehmenszahlen wie von Goldman Sachs (diese führten auch zu Kursgewinnen bei den europäischen Bankaktien) in den Hintergrund verdrängt. Die Indikation für den heutigen Handelsstart lässt eine leicht schwächere Eröffnung erwarten. Von welcher Seite im Verlauf die Impulse kommen werden, bleibt abzuwarten.
Wahrscheinlich werden auch heute wieder die US-Quartalsberichte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So werden u.a. die Bank of America (im Konsensus wird mit einem EPS in Höhe von 0,22 $ gerechnet, die Flüsterschätzungen gehen von 0,23 $ aus), Mattel (0,09 vs. 0,09), Textron (0,46 vs. 0,46), Ebay (0,62 vs. 0,64) und American Express (1,12 vs. 1,15) berichten.
Charttechnik: Es scheint als lautet das aktuelle Motto „Hin und Her macht Taschen leer“, zumindest könnte dies das Resultat aus den aktuellen Schwankungen, verbunden mit nicht ganz klaren Signalen sein. Nach wie vor sollte aber nicht vergessen werden, dass der Dax noch immer unter seiner 55-Tage-Linie notiert und deshalb der mittelfristige Trend als negativ eingestuft werden muss. Auf dieser Basis lassen sich keine ausreichend guten Chance- und Risikoprofile im Hinblick auf Long-Positionen definieren, von speziellen Konstellationen bei Einzelaktien einmal abgesehen. Zur insgesamt negativen Beurteilung passt auch, dass aktuell die als defensiv geltenden Aktien die höchsten RSI-Werte (nach Levi) aufweisen. Ein für den weiteren Verlauf sehr wichtiger „Pivot Point“ lässt sich bei 7.608 Punkten definieren. Sollte dieser unterschritten werden, ist mit einer erneuten Beschleunigung der Abwärtsimpulsbewegung zu rechnen. Das nächste Kursziel lautet dann 7.537 Punkte für den Dax.
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