Equity Daily
Aktienmärkte von Anschlägen in Boston belastet / Gold: Größter zwei-Tages-Verlust in 30 Jahren
Heute steht mit dem ZEW-Index eine wichtige deutsche Stimmungsumfrage zur Veröffentlichung an. Neben zum Teil enttäuschenden Konjunkturzahlen spricht vor allem die schwache sentix- Umfrage für einen deutlichen Rückgang. Im Vormonat überraschte die ZEW-Umfrage mit einem Anstieg auf 48,5 Punkte – trotz der Turbulenzen um Italien und Zypern. Im Gegensatz dazu hatte sich das ifo-Geschäftsklima bereits abgekühlt und die deutschen Konjunkturerwartungen gedämpft. Auch vor diesem Hintergrund zeichnet sich bei dem heutigen ZEW-Konjunkturausblick eine Korrektur ab, wobei die Konsensschätzung von 41,0 Punkten unterschritten werden könnte. Auch für den ZEW-Saldo der Konjunkturlage sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden. Während Stimmungswerte einen hohen Markteinfluss haben, spielt das Thema Inflation in der Eurozone derzeit eine eher untergeordnete Rolle. Erste Schätzungen auf Basis wichtiger Euroländer signalisieren eine Jahresrate von unverändert 1,7 %. Marktbewegenden Einfluss haben die endgültigen Preiszahlen aber nicht. Auf etwas höheres Interesse stoßen die USVerbraucherpreise, bei denen sich ein nachlassender Preisdruck abzeichnet. Darauf weisen die Import- und Erzeugerpreise hin. Auch mit Blick auf die nächsten Wochen sprechen die weiter sinkenden Rohstoffpreise für eine disinflationäre Entwicklung. Daher ergibt sich für die US-Notenbank kein unmittelbarer Handlungsdruck, von ihrer expansiven Geldpolitik abzurücken – unabhängig robust zu erwartender Bau- und Produktionszahlen. Bei Letzteren liefert der Index der geleisteten Arbeitsstunden eine positive Indikation. Überraschungspotenzial auf der Oberseite sehen wir aber nicht.
Aktienmärkte: Deutsche Aktien kamen angesichts enttäuschender chinesischer Wachstumszahlen und deutlich nachgebender Rohstoffpreise unter Druck. In der Folge wurden vor allem Aktien verkauft, welche zu den Zyklikern gehören. Am deutlichsten traf es das Papier von Infineon welches mit einem Abschlag von 3,97 Prozent am Dax-Ende rangierte. Der DAX schloss bei 7.712 Punkten mit einem Minus von 0,41 %. Neben den Aktienmärkten sorgten auch die Rohstoffmärkte für Aufsehen – allen voran der Goldpreis, der im Tief bis auf 1322 Dollar fiel. Der Kursrutsch der vergangenen beiden Handelstage summierte sich auf den größten Abschlag in 30 Jahren. Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart lassen eine schwächere Eröffnung des deutschen Leitindex erwarten. Vor allem die Wall Street gab im späten Geschäft nochmals deutlich ab, die Bombenanschläge in Boston hatten die Stimmung nachhaltig belastet. Im weiteren Verlauf wird die Veröffentlichung des ZEW-Index Beachtung finden. Auch heute werden wieder die US-Quartalsberichte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So werden u.a. Yahoo (im Konsensus wird mit einem EPS in Höhe von 0,24 $ gerechnet, die Flüsterschätzungen gehen von 0,26 $ aus), Intel (0,41 vs. 0,42), Goldman Sachs (3,88 vs. 3,65), Johnson Johnson (1,40 vs. 1,37), Coca Cola (0,45 vs. 0,47), US Bancorp (0,73 vs. 0,72), Northern Trust (0,72 vs. 0,70) und Blackrock(3,58) berichten. Das Chartbild des Dax hat sich gestern nochmals eingetrübt. Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache dass sich der Index wieder von der 55-Tage-Linie (7.790) nach unten abgesetzt, und dabei auch den wichtigen „High-Low-Channel“ nach unten verlassen hat. Die nächste, wichtige Unterstützung findet sich bei 7.646 Zählern. Weitere Supports lassen sich bei 7.608, 7.610, 7.562 und 7.537 Zählern definieren. Widerstände finden sich bei 7.740 und 7.772 Punkten.
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