Equity Daily
Zypern: Staatspleite abgewendet - Rettungsplan beinhaltet Kredithilfen von 10 Mrd. € / Aktienmärkte reagieren positiv
Die Rettung Zyperns steht! In der Nacht zu Montag einigten sich die beteiligten Parteien auf ein Hilfskonzept, das im Kern die Restrukturierung des Bankensektors beinhaltet. Betroffen sind die Laiki Group (Cyprus Popular Bank) sowie die Bank of Cyprus. Der neue Plan sieht vor, dass die Laiki Bank geschlossen wird. Konten mit Beträgen bis 100,000 Euro werden auf die Bank of Cyprus übertragen. Einlagen oberhalb dieser Summe werden eingefroren und in eine Bad Bank übertragen. Auch die Bank of Cyprus wird verkleinert. Hier müssen Aktionäre, Anleihegläubiger und Kontoinhaber ebenfalls mit Abschreibungen rechnen.
Da der Kalender zum Wochenbeginn keine marktbewegenden Einträge enthält, werden die Entwicklungen rund um Zypern wohl das beherrschende Thema sein. Der Dallas-Fed-Index und Reden von Fed-Vertretern, u.a. Fed-Chef Bernanke, werden kaum für eine Neubewertung der Lage sorgen. Erst morgen stehen die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA an, denen traditionell hohe Aufmerksamkeit zuteilwird. Wichtiger für das Marktsentiment könnte aber die Entwicklung der Aufträge ohne den Transportsektor sein. Diese hatten sich in den letzten Monaten bereits unerwartet robust gezeigt. Ein weiteres Plus würde die Erwartungen fortgesetzten Wachtsums in den USA untermauern. Am Dienstag runden der Richmond-Fed-Index sowie das Verbrauchervertrauen des Conference Boards das konjunkturelle Bild ab. Eine nachhaltige Stimmungswende in den kommenden Monaten erwarten wir wegen der robusten Arbeitsmarktsituation nicht. Die neuen Daten zum Immobilienmarkt sollten darüber hinaus, den positiven Trend der letzten Monate bestätigen und keinerlei Konjunktursorgen in den USA erzeugen. Die zweite Revision des US-BIP-Wachstums wird wenig Einfluss auf das Marktsentiment haben.
Aktienmärkte: Am Freitag konnte man den Eindruck bekommen, dass sich der Dax zwischen Hoffen und Bangen bewegt. Angesichts der weiter vorhandenen Verunsicherung im Hinblick auf die Situation in Zypern war dies aber nur wenig überraschend. Gleiches gilt für den erneuten Anstieg der Risikoaversion, gemessen am V-Dax. Dieser kletterte am Freitag von 16,25 auf 17,56. Noch deutlicher wird dieser Aspekt wenn man den Blick zurück auf den 15.03. richtet. An diesem Tag lag das Tief noch bei 13,81 so dass der Anstieg in der kurzen Zeit rund 27 Prozent beträgt. Heute wird man sich an den Börsen jedoch wieder entspannen, nachdem die Staatspleite in Zypern abgewendet werden konnte. Das Land erhält Hilfskredite in Höhe von 10 Mrd. Euro, der Plan sieht auch vor, dass die zweitgrößte Bank des Landes, die Laiki-Bank zerschlagen wird. Einlagen bei dem Geldhaus bis 100.000 Euro sind garantiert, Beträge darüber hinaus werden in eine Bad Bank übertragen. In dieser Woche werden neben den Entwicklungen rund um Zypern hauptsächlich Konjunkturdaten, allen voran die Stimmungsindikatoren, im Fokus stehen. Unternehmensseitig sind hingegen kaum Marktimpulse zu erwarten.
Charttechnik: Nachdem der Dax am Freitag den sehr wichtigen „High-Low-Channel“ nach unten verlassen und unter diesem geschlossen hat, wird sich heute das kurzfristig angeschlagene Chartbild wieder etwas aufhellen. Für den weiteren Verlauf ist es entscheidend, ob sich der Index oberhalb der unteren Begrenzungsmarke des Kanals von 7.932 Zählern etablieren kann. Auf der Oberseite findet sich die erste Widerstandsmarke bei 8.003 Punkten.
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