Equity Daily
Dax hat 8.000er-Marke fest im Blick / US-Beige Book: "konjunkturelle Lage stellt sich etwas besser dar" - moderate Erholung und langsame Verbesserung am Arbeitsmarkt
Nachdem jüngst seitens der US-Notenbank die Erwartungen auf ein baldiges Ende der Anleihekäufe zurückgedrängt wurden und in Japan der Fokus auf weiteren QE-Maßnahmen liegt, richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer heute auf die Zentralbanksitzungen in der Eurozone und Großbritannien. Bezüglich der Europäischen Zentralbank sind – begünstigt durch das politische Patt in Italien – Zinssenkungserwartungen verstärkt worden. Wir schließen uns dem nicht an. Die Tatsache, dass die Projektion für das Wachstum der Eurozone nach unten revidiert werden dürfte, reicht unseres Erachtens nicht aus, um einen Zinsschritt zu rechtfertigen. Ein Teil des Revisionsbedarfs liegt in der schwachen BIP-Entwicklung des vierten Quartals 2012 begründet und lässt sich nicht mit einer Zinssenkung beheben. Vielmehr dürfte für die Notenbanker entscheidend sein, dass sich in der letzten Zeit eine ganze Reihe von konjunkturellen Indikatoren verbessert hat. Daher sollte die EZB in diesem Umfeld die Politik der ruhigen Hand fortsetzen. Anders gelagert scheint die Situation bei der Bank von England. Schon bei der letzten Sitzung des MPCs stimmten mehrere Mitglieder für neuerliche Gilt-Käufe, unter anderem Gouverneur King. Daher kann es nicht ganz ausgeschlossen werden, dass die BoE bereits in diesem Monat nachlegt.
Aktienmärkte Der Dax setzte seine Anstiegsbewegung gestern unbeirrt fort. In der Spitze näherte sich der deutsche Leitindex bis auf 23 Punkte der magischen 8.000er-Marke an. Mittlerweile gibt es kaum mehr jemanden der ernsthafte Zweifel hat, dass diese Marke und wohl auch das Rekordhoch überschritten bzw. erreicht wird. Vielmehr steht die Frage im Raum wie es danach weitergehen wird. An den US-Börsen hat der Dow bereits ein neues Allzeithoch markiert, der marktbreite S&P 500-Index ist von diesem nur noch geringfügig entfernt. Nicht idealtypisch fällt aktuell die Umsatzentwicklung aus. In der Regel wird gefordert, dass diese bei steigenden Kursen ebenfalls zunimmt, was nicht der Fall ist. Auch gilt eine „zunehmende Teilnahme der Öffentlichkeit“ als Warnsignal. Insbesondere dann wenn sich die Bild-Zeitung ausführlicher der Börse widmet, was gestern der Fall war. So wurde z.B. eine Online-Umfrage mit der Frage durchgeführt, ob Anleger auf dem aktuellen Niveau noch Aktien kaufen. Wie fiel wohl das Ergebnis aus? Rund 70 % antworteten mit Nein. Zumindest unter den Privatanlegern ist auf dieser Basis kein übertriebener Optimismus zu beobachten, wichtiger ist jedoch der Blick auf die Positionierung von institutionellen Investoren – so sind Hedge Fonds bereits so stark wie seit dem Jahr 2006 nicht mehr engagiert.
Beim Blick auf den Wochenchart des Dax gibt es zwei Auffälligkeiten. Zum einen wurde das erreichte Impulshoch nicht von den Oszillatoren wie dem RSI bestätigt, zum anderen entfällt die nächste Fibonacci-Zeitzone (ausgehend vom Tief bei 3.589 Zählern) auf Ende August, so dass von der letzten Betrachtungsweise ausgehend grundsätzlich noch Spielraum für eine Ausdehnung der laufenden Bewegung vorhanden ist. Heute wird der Dax mit leichten Aufschlägen starten. Im weiteren Verlauf werden vor allem die Notenbank-Sitzungen und deren Ergebnisse die weitere Richtung vorgeben.
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