Equity Daily
Aktienmärkte in Asien tendieren trotz guter US-Vorgaben schwächer / China: Staatliches Institut fordert straffere Geldpolitik
Eines haben die italienischen Parlamentswahlen gezeigt: Die Euro-Krise ist noch nicht beendet und die Verunsicherung der Marktteilnehmer bleibt hoch, solange keine glaubwürdige Strukturpolitik durchgeführt wird. Dies gilt nicht nur für Italien sondern für alle EWU-Länder. Das drohende Patt in Italien wird die Marktteilnehmer auch heute wohl noch davon abhalten, in den Risk-on-Modus zu wechseln. Derweil stehen interessante Datenveröffentlichungen im Kalender: Zunächst sind das italienische Wirtschaftsvertrauen und das Economic Sentiment zu nennen. Insbesondere das Wirtschaftsvertrauen in Italien (ISTAT) könnte dabei für Aufmerksamkeit sorgen. Angesichts verbesserter Stimmungsumfragen in Deutschland und Frankreich sowie einem im Trend gestiegenen PMI in Italien ist einen Anstieg wahrscheinlich. Ob der allerdings so kräftig ausfällt, dass die zurückgekehrte Verunsicherung über Italien verdrängt werden kann, ist fraglich. Positiv sind angesichts der oben erwähnten Indikatoren auch die Vorgaben für das Economic Sentiment der EU-Kommission. Überraschungspotenzial auf der Oberseite machen wir jedoch nicht aus. In den USA dürfte es bei den wichtigen Zahlen zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter eher zu Enttäuschungen kommen. Der Flugzeughersteller Boeing hat im Januar lediglich zwei Orders bekommen und so wird der Gesamtwert der Bestellungen deutlich ins Minus gedrückt. Ohne den Transportsektor wird ein kleines Plus erwartet. Der zweite Tag der Anhörung von Fed-Chef Bernanke vor dem USKongress wird dagegen wenig Überraschendes mit sich bringen, denn bereits gestern dämpfte Bernanke Erwartungen eines frühen Ausstiegs aus dem Treasury-Kaufprogramm. Die Arbeitsmarktlage sei immer noch inakzeptabel und die jüngste Konjunkturschwäche erschwere die Erholungstendenzen; zudem sei kein Preisdruck vorhanden.
Aktienmärkte: Die erhöhte Risikoaversion hat den deutschen Leitindex unter Druck gesetzt und letztlich ging der DAX mit einem Abschlag von 2,27 % aus dem Handel, nachdem ein Tief bei 7.589 Punkten markiert wurde. Die technische Situation hat sich erneut eingetrübt. Die im Sommer begonnene aufwärts gerichtete Trendlinie, die im Tageschart heute bei 7.628 Zählern zu finden ist, wurde einem Test unterzogen und durchbrochen. Allerdings kann der DAX auf der Habenseite verbuchen, dass die Unterstützungszone zwischen 7.537 und 7.600 Punkten weiterhin intakt ist. In den letzten Wochen fanden sich hier eine Reihe von Tagestiefs und zudem Index-Hochs von Anfang 2011. Das 38,2 %-Fibonacci-Retracement des letzten Anstiegs (von 6.950 bis 7.871) ist bei 7.519 Punkten zu lokalisieren. Darunter sind die 100-Tagelinie (7.494) sowie das Septemberhoch (7.478) zu nennen. Noch ist es nicht soweit, die Risiken sind heute aber auf der Unterseite zu sehen, denn neben dem eingetrübten technischen Umfeld könnten heute auch enttäuschende USDaten für neuerlichen Verkaufsdruck sorgen. Darüber hinaus sind die Vorgaben aus Asien schwach und so dürfte es schwierig werden, in den langfristigen Aufwärtstrend zurückzukehren.
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