Girokonten Test zeigt, Studierende profitieren weiterhin von kostenlosen Studenten-Girokonten aber nach dem Studienabschluss kommen die Gebühren
Durch den niedrigen Leitzins der EZB erheben immer mehr Banken Gebühren für ihre Girokonten / Verschont bleiben Studierende, doch nach Beendigung des Studiums oder bei Erreichen eines bestimmten Alters z.T. immense Kosten zu erwarten
Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, kündigte bereits im Frühjahr 2016 an: „Die Zeit von kostenlosen Girokonten ist vorbei.“ Diese Aussage hat sich bisher in jeder Hinsicht bewahrheitet und Girokonten ohne Gebühren scheinen zunehmend auszusterben. Banken zahlen heute Negativzinsen (0,4%) auf das bei der EZB hinterlegte Geld, so dass Privatkunden, die Geld auf dem Konto lagern, zum Verlustbringer werden. Pro durchschnittlichem Girokontokunden machen Banken nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group bisher ca. 30 Euro Verlust pro Jahr. Diese gestiegenen Kosten geben die Banken immer häufiger an die Kunden weiter. Das Spektrum reicht von Kontoführungsgebühren über Kosten für die Nutzung von Girocard und Kreditkarte bis hin zu Zahlungen für die Online Abfrage des Kontostands.
Der unabhängige Test von Studenten-Girokonto.de zeigt, dass die Ausnahme weiterhin Studenten bzw. junge Menschen bis Ende Zwanzig bilden. Sie bleiben weitgehend von den Veränderungen am Finanzmarkt verschont – vorerst. „Doch sobald das Studium beendet bzw. eine bestimmte Altersgrenze überschritten wird, kommen erhebliche Kosten auf Absolventen zu.“, sagt Dirk Ehrlich, Gründer von Studenten-Girokonto.de. Dies zeigt sich u.a. bei der Postbank. Während das Postbank Giro Direkt für Studenten komplett kostenlos ist und ausschließlich für die Kreditkarte 29 Euro pro Jahr zu entrichten sind, müssen Absolventen weitaus tiefer in die Tasche greifen. Generell sind seit 1. November 2016 für das Giro Direkt Konto 1,90 Euro pro Monat für die Kontoführung fällig. Zusätzlich verstecken sich Kosten u.a. bei der Nutzung von Kontoauszugsdruckern, bei Abhebung von Bargeld am Schalter oder beim Telefon-Banking.
Auch die Commerzbank bittet Absolventen zur Kasse. Während das Commerzbank StartKonto bis 31 Jahre kostenlos ist, bleibt das Folgekonto „Kostenloses Girokonto“ nur dann wirklich gebührenfrei, wenn ein monatlicher Geldeingang von mindestens 1.200 Euro erfolgt. Ist dies nicht der Fall, sind generell Gebühren in Höhe von 9,90 Euro/Monat fällig. Beleghafte Buchungen kosten zudem 1,50 Euro. Diese Informationen erhält man allerdings erst, wenn man sich durch das Preis- und Leistungsverzeichnis kämpft – auf der Website der Commerzbank selbst sucht man vergeblich.
Kostenlose Girokonten über das Studium hinaus bieten vor allem die Direktbanken, die ihre Dienste ausschließlich per Internet, Fax oder Telefon anbieten. Mit positivem Beispiel geht die ING-DiBa voran. Sowohl das Girokonto Student als auch das sich daran anschließende Girokonto sind kostenlos und an keinen monatlichen Geldeingang gebunden. Eine gebührenfreie Visa Card gibt es obendrein.
Auch die DKB kann punkten. Das DKB Cash bleibt sowohl während als auch nach dem Studium kostenlos. Es werden keine Kontoführungspauschalen oder Kosten für Giro- bzw. Kreditkarte erhoben. Bei einem monatlichen Mindestgeldeingang von 700 Euro genießt man zudem einige zusätzliche Vorteile wie z.B. Online Cashback oder digitale Gutscheine.
„Deshalb sollte bereits bei der Wahl des Girokontos darauf geachtet werden, wie sich die Kosten nach dem Abschluss bzw. Erreichen einer bestimmten Altersgrenze entwickeln. Es gibt noch ausreichend kostenfreie Alternativangebote. Ein Kontowechsel ist in vielen Fällen ratsam und unkompliziert realisierbar.“, so Dirk Ehrlich.
Weitere Informationen zum Test: https://www.studenten-girokonto.de/girokonto-fuer-studenten-kosten-nach-abschluss/
Banken, die einen unkomplizierten Kontowechselservice anbieten: https://www.kostenloser-girokonto-vergleich.de/kontowechselservice/
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