Aktienmarkt Aktuell: Trügerische Ruhe

Pressemeldung der Firma Landesbank Hessen-Thüringen

Die jüngsten Kursavancen an den Aktienmärkten wiegen die Anleger in Sicherheit. Die implizite Aktienvolatilität bewegt sich in den USA fast schon wieder auf dem historischen Tief. Gleichzeitig sind gerade US-Aktien teuer. Hierzulande trübt sich zudem das fundamentale Umfeld weiter ein.

Aktien nur scheinbar unverwundbar

Gerade einmal 4 % hatte der S&P 500 nachgegeben, bevor er zuletzt wieder neue Höchststände markierte. Die letzte 10-Prozent-Korrektur liegt damit schon 27 Monate zurück. Dies ist ungewöhnlich lange. Und wenn es nach der Meinung der Mehrheit der Marktteilnehmer geht, wird sich dies so fortsetzten. In den Bullenmärkten seit 1928 erfolgte im Median übrigens nach 9 Monaten eine entsprechende Zwischenkorrektur. Zuletzt waren sogar enorme Zuflüsse in Produkte zu verzeichnen, die eine Wette auf eine weiter fallende Aktienvolatilität ermöglichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Erwartung der Investoren, dass die US-Notenbank auch nach dem Ende des Anleihekaufprogramms noch lange Zeit einen sehr aktienfreundlichen Kurs fahren wird. Bei US-Aktien wird damit die beste aller Welten vorweggenommen. Dabei stört scheinbar die hohe Bewertung nicht. Insgesamt weisen sie damit u.E. ein ausgesprochen ungünstiges Chance-Risiko-Verhältnis auf. Im Übrigen zeigen US-Small Caps bereits seit Monaten relative Schwäche. Auch deutsche und europäische Dividendentitel haben sich in den vergangenen Wochen sichtbar von den USBlue Chips abgekoppelt. DAX und EURO STOXX 50 hatten gegenüber ihren Höchstständen zeitweilig rund 10 % korrigiert und damit die akute Überhitzung teilweise abgebaut. Ein Teil der Kursverluste wurde inzwischen wieder wettgemacht. Vermutlich haben viele Anleger mit der 10.000- Punkte-Marke als mentalen Anker die Korrektur als willkommenen Anlass gesehen, um bei Aktien zuzugreifen. Solche Zwischenerholungen sind nicht ungewöhnlich im Rahmen einer Gipfelbildung. Nach sichtbarem Unterschreiten der 200-Tage-Linie überwiegen allerdings auch technisch die Abwärtsrisiken. Dies belegen Vergleiche mit früheren Haussezyklen.

Ungünstiges Chance- Risiko-Verhältnis

Schließlich hat sich das fundamentale Umfeld zuletzt weiter eingetrübt. So deuten wichtige Frühindikatoren auf eine Wachstumsschwäche hin. Nach den deutlichen Rückgängen der ZEWKonjunkturerwartungen wird wohl auch der zur Veröffentlichung anstehende ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge fallen und eine Bodenbildung ist vorerst noch nicht in Sicht.

Die Phase „abnehmender Expansion“ hat sich in der Vergangenheit als die für Aktien ungünstigste im Konjunkturzyklus erwiesen. Da sich gleichzeitig das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vermutlich noch immer zu hohen Konsensgewinnschätzungen eher am oberen Rand des Bewertungsbandes der vergangenen zehn Jahre befindet, überwiegen aus fundamentaler Sicht die Kursrisiken.

Die jüngste Erholung dürfte sich somit schon bald als Intermezzo erweisen.



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