Gewinnberichtssaison als Lackmustest

Pressemeldung der Firma Landesbank Hessen-Thüringen

Die Mehrheit der Marktteilnehmer scheint sich bislang von der hohen Bewertung nicht abschrecken zu lassen. Dies könnte sich ändern, wenn es den Unternehmen im Zuge der nun anlaufenden Quartalsberichtssaison nicht gelingt, die recht ambitioniert wirkenden mittelfristigen Gewinnprognosen zu untermauern.

Der US-Leitindex S&P 500 strebt schier unaufhaltsam nach oben. Was liegt da näher, als auf die gut alte Börsenweisheit „the trend is your friend“ zu setzen. Wahre Freunde erkennt man aber meist erst dann, wenn es einmal etwas ungemütlicher wird. Ein solcher „Belastungstest“ könnte in Form der nun anlaufenden US-Quartalsberichterstattung ins Haus stehen. Schließlich sind Aktien gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für die kommenden 12 Monate so hoch bewertet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wenn eine weitere Bewertungsexpansion somit keine wirkliche Option ist, können die Kurse nur noch im Gleichschritt mit den Unternehmensgewinnen zulegen. Überwiegend negative Gewinnrevisionen haben aber auch in den USA die mittelfristigen Ergebnisziele mit Fragezeichen versehen.

Dabei sind es weniger die Ergebnisse für das erste Quartal, die im Feuer stehen. Abwärtsrevisionen haben dafür gesorgt, dass die Messlatte nicht allzu hoch hängt. Im Vergleich zum Vorjahr gehen die Konsens-Schätzungen von einem Zuwachs von lediglich einem Prozentpunkt aus. Kritisch wird es dagegen, wenn man die Raten für die Folgequartale und die Geschäftsjahre 2014 und 2015 unter die Lupe nimmt. So werden für die Nettoergebnisse 2014 und 2015 Steigerungen von 8 % bzw. 11 % unterstellt. Dies liegt nicht nur über dem langfristigen Durchschnitt von 7 %. Es ist auch deutlich mehr als das nominale Wirtschaftswachstum (4 % bis 5 %). Um dies zu erreichen, müsste die Gewinnquote (Anteil der Unternehmensgewinne am nominalen BIP) weiter ansteigen.

Langfristig schwankt diese um einen Wert von rund 6 %. Mit gut 10 % wurden in den vergangenen Quartalen historische Spitzenwerte markiert. Eine weitere Verschiebung der Einkommensverteilung zugunsten des Faktors Kapital ist angesichts der fortscheitenden Erholung des US-Arbeitsmarktes nicht zu erwarten. Die Unternehmensgewinne dürften daher mittelfristig deutlich weniger zulegen als dies die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit unterstellt. Zwar ist es allein auf Basis fundamentaler Bewertungszusammenhänge kaum möglich, den Kursgipfel genau zu bestimmen.

Allerdings lässt sich klar ableiten, dass auf dem inzwischen erreichten Niveau die Kursrisiken die Chancen auf weitere Zuwächse deutlich übersteigen. Auch marktpsychologische Indikatoren deuten auf eine bevorstehende Schwächephase bei Aktien hin. Während Privatanleger ihre Positionen zuletzt noch einmal aufgestockt haben, werden institutionelle Investoren zunehmend vorsichtiger.

In der Vergangenheit war dies häufig ein Hinweis auf eine bevorstehende Korrektur. Wir raten daher, steigende Notierungen zu nutzen, um den Aktienanteil zu reduzieren.



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