Eurozone besser als ihr Ruf

Pressemeldung der Firma Landesbank Hessen-Thüringen

In den letzten Wochen wurde wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass die Währung, auf die die Weltwirtschaft aufgebaut ist, nicht der US-Dollar, sondern das Vertrauen in diesen ist. Während den USA selbst kurz vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit noch weitgehend uneingeschränktes Vertrauen geschenkt wurde, ist der Blick auf die Eurozone größtenteils immer noch von Misstrauen geprägt. Das hohe Gut Vertrauen muss sich die Eurozone offensichtlich erst wieder verdienen. Die jüngsten Erfolge zeigen jedoch, dass die Chancen dafür gar nicht so schlecht stehen.

Vertrauen ist die wichtigste Währung

In den letzten Wochen wurde wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, dass die Währung, auf die die Weltwirtschaft aufgebaut ist, nicht der US-Dollar, sondern das Vertrauen in diesen ist. Die USA standen am Rande des Abgrunds und die Kapitalmärkte haben dies weitgehend ignoriert. Zwar sind die Kreditausfallprämien für US-Staatsanleihen angestiegen. Andere Anlageklassen waren hingegen kaum betroffen. So setzten beispielsweise die Aktienmärkte weltweit ihren Aufwärtstrend fort. Der DAX markierte sogar neue historische Höchststände. Selbst die US-Börsenbarometer Dow Jones Industrials und S&P 500 zeigten sich erstaunlich robust. Noch überraschender war jedoch die Entwicklung an den US-Rentenmärkten. Im Vorfeld einer möglichen Zahlungsunfähigkeit hätte man erwartet, dass die Kurse von Staatsanleihen unter Druck geraten, also die Renditen steigen würden. Mitnichten! Aufgrund des offensichtlich niemals enden wollenden Vertrauens in die USA war die Nachfrage nach US-Treasuries weiterhin hoch und die Renditen fielen sogar.

Stark gefallener Goldpreis als Indikator für generell wachsendes Vertrauen

Ein Indiz für generell wachsendes Vertrauen der Anleger ist der Rückgang des Goldpreises. Dieser fiel zuletzt auf ein Viermonatstief. Also selbst der Krisenindikator par excellence setzte seine seit Mitte 2011 angelegte Abwärtsbewegung fort und hat somit seitdem mehr als 30 Prozent verloren. Offenbar ist die Hochphase der Krisen tatsächlich vorbei und der Übergang in weniger aufregende Zeiten hat bereits begonnen.

Immer noch viele Schwarzseher unterwegs

Gegenwärtig gibt es allerdings immer noch eine große Anzahl an Schwarzsehern. So wurde im Vorfeld der deutschen Bundestagswahlen argumentiert, dass die Kanzlerin die Diskussion über die Staatsschuldenkrise aus dem Wahlkampf heraus halten wollte, um so unangenehme Nachrichten – zum Beispiel über einen weiteren Schuldenschnitt in Griechenland – zu verhindern. Wäre dies der Fall gewesen, hätte die Opposition sicherlich dieses Thema stärker in den Vordergrund gestellt. Jetzt sind die Bundestagswahlen schon rund vier Wochen vorbei und trotzdem kochen keine neuen Horrormeldungen hoch. Ganz im Gegenteil – die positiven Nachrichten aus der Eurozone häufen sich.

Positive Signale aus der Eurozone

Bereits im zweiten Quartal hat die Eurozone die sechs Quartale andauernde Rezession hinter sich gelassen. Die Frühindikatoren deuten für das zweite Halbjahr eine Fortsetzung der Erholung an. Selbst Spanien wird beim Wirtschaftswachstum im dritten Quartal vermutlich schon ein kleines Plus ausweisen können. Irland wird sich voraussichtlich bereits Ende dieses Jahres aus dem Rettungsschirm verabschieden können. Der gegenüber Europa eher kritisch eingestellte Internationale Währungsfonds erwartet, dass auch Portugal bereits 2014 wieder mit eigenen Anleihen an den Kapitalmarkt zurückkehren wird. Der IWF fordert auch lautstark, dass den Griechen erneut ein Teil der Schulden erlassen werden sollte. Da die meisten Forderungen gegenüber Griechenland mittlerweile bei Europäern liegen, ist das eine bequeme Forderung. Dass es zu weiteren Erleichterungen beim Schuldendienst Griechenlands kommen wird, ist aber für niemanden mehr eine große Überraschung. Allerdings wird dieser nicht durch einen medienwirksamen Schuldenschnitt erfolgen, sondern vielmehr durch Zins- und Tilgungsstreckungen.

Euro-Aktien weiterhin mit Potenzial

Die Probleme in der Eurozone sind zwar noch nicht alle behoben, aber sie werden jeden Tag etwas kleiner. Der hohe Anteil positiver Konjunkturüberraschungen aus der Eurozone in den vergangenen Monaten ist ein Beleg dafür, dass die Marktteilnehmer die Währungsgemeinschaft zu Unrecht bereits abgeschrieben hatten. Während den USA selbst kurz vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit noch weitgehend uneingeschränktes Vertrauen geschenkt wurde, ist der Blick auf die Eurozone größtenteils immer noch von Misstrauen geprägt. Das hohe Gut Vertrauen muss sich die Eurozone offensichtlich erst wieder verdienen. Die jüngsten Erfolge zeigen jedoch, dass die Chancen dafür gar nicht so schlecht stehen. Nachlassende Unsicherheit ist üblicherweise gut für Aktien. Zwar ist inzwischen auch bei Eurotiteln schon viel Positives vorweggenommen. Der Aufwärtstrend wird sich in den kommenden Monaten aber fortsetzen. Nicht mit Sicherheit – aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit.



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