FX Daily
US-Berichtssaison: Apple's Nettogewinn sinkt zum ersten Mal seit 10 Jahren (-18 % VJ) / Globale Aktienmärkte freundlich; Zinssenkungsspekulationen beflügeln DAX
Die Stimmungswerte in der Eurozone enttäuschten zwar nicht auf ganzer Linie, per saldo wurden Zinssenkungserwartungen bezüglich der Europäischen Zentralbank aber nicht geschwächt. Im Gegenteil: Marktteilnehmer nahmen die unerwartet schwachen deutschen Werte zum Anlass, vermehrt auf einen niedrigeren Leitzins zu spekulieren. Vor allem die Aussagen von Bundesbank- Präsident Weidmann, wonach die EZB den Zins senken könnte, falls sich die Daten verschlechtern, bekommen angesichts dieser Entwicklung Gewicht. Das gesamte Augenmerk der Marktteilnehmer gilt vor diesem Hintergrund der heutigen Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindexes in Deutschland. Die Vorgaben für April sind negativ. Wie oben beschrieben sanken die PMIs des Verarbeitenden Gewerbes und des Servicesektors in Deutschland unerwartet deutlich. Zudem zeigten die Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern (ZEW- und sentix-Indizes) bereits den steigenden Pessimismus. Ein Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindexes ist daher wahrscheinlich, wenngleich die Konsensschätzung ausreichend negativ erscheint. Es wäre der zweite Rückgang in Folge, was dem Lehrbuch gemäß noch nicht als Signal für eine konjunkturelle Trendwende anzusehen wäre, die konjunkturellen Perspektiven würden dennoch getrübt. In den USA sind jüngst die konjunkturellen Sorgenfalten ebenfalls nicht kleiner geworden, wenngleich die US-Wirtschaft wohl auch in diesem Jahr komfortabel wächst. Die heutigen Daten werden aber kein einheitliches Bild zeichnen, denn der Gesamtwert der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter wird durch eine schwache Bestellaktivität bei Boeing deutlich ins Minus gedrückt. Gegenüber der Konsenserwartung besteht unseres Erachtens sogar Enttäuschungspotenzial. Da es aber Hinweise auf ein kleines Plus bei den Bestellungen ohne den volatilen Transportsektor sowie bei Kernkapitalgütern gibt, sollte der konjunkturelle Pessimismus nicht verstärkt werden.
EUR-USD: Die erhöhten Zinssenkungserwartungen brachten den Euro unter Druck. Das Tief wurde bei 1,2973 markiert, sodass die 1,30/32er Range temporär verlassen wurde. Damit hat sich die technische Verfassung des Euros weiter eingetrübt, wenngleich die Unterstützung um 1,2960 zunächst gehalten hat. Der MACD sinkt oberhalb seiner Signallinie und +DMI und -DMI nähern sich einander an. Verkaufssignale sind noch nicht zu konstatieren, Potenzial für Kursbefestigungen liefern sie aber nicht. Vonseiten des ifo-Indexes erwarten wir wegen der bereits weit gediehenen Zinserwartungen aber keine weitere Belastung. Trading-Range: 1,2955 – 1,3085.
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